Flexibel und hochdynamisch – Die moderne Produktkommunikation (3/3)

In Teil zwei der Beitragsserie zur digitalen Produktkommunikation ging es um die Zukunft der Produktkommunikation. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass in einer sich immer schneller wandelnden Welt die Bereitstellung der Information in einer Informations- oder Wissens-Plattform, sowie ein neues Verständnis von „Information als Service“ die Grundlage für eine erfolgreiche Produktkommunikation ist. Und damit auch gleichzeitig für eine neue, informationsbasierte Wertschöpfung. Es stellt sich nur noch die Frage was im Unternehmen nötig ist, um dies umzusetzten.

Die Ansprüche an die Informationsbereitstellung ändern sich laufend. Das betrifft Änderungen und Erweiterungen der Produkte gleichermaßen wie neue Zielgruppen oder sich ändernde Bedarf, zum Beispiel neue Medien wie Animationen, interaktive Grafiken oder Virtual Reality.

Um die Verfügbarkeit der erforderlichen Informationen sicherzustellen, ist es in erster Linie notwendig, sich einen Überblick zu verschaffen. Welche Zielgruppen sollen versorgt werden? Welche Anwendungsfälle sind zu berücksichtigen? Und welcher Informationsbedarf entsteht daraus? Die Beantwortung dieser Fragen führt zur Definition einer Informationslandschaft. In der wiederum können Informationsquellen und Zuständigkeiten festgelegt werden. Somit ist es möglich, durch entsprechende Priorisierung, die Erstellung und Pflege der Informationen sicherzustellen. Über klar definierte Prozesse wird die Verfügbarkeit aktueller und exakt passender Informationen gewährleistet. Die Klarheit über die Informationslandschaft ist ein Schlüssel, um die Bewirtschaftung der Informationen im Unternehmen zu sichern.

Person auf Papierflieger betrachtet Infolandschaft
Betrachtung der Informationslandschaft

Neue Rollen

Die Versorgung der Informationslandschaft ist eine übergreifende Aufgabe, zu der alle redaktionellen Bereiche (Produktmarketing, Kundendokumentation, Serviceliteratur, etc.) im Unternehmen beitragen. Neben der Bereitstellung der Informationen an ihren Entstehungsorten sind übergreifende Informationsstrukturen zu erstellen und passende Klassifikationen zu definieren. Die Informationserstellung muss in Prozessen verankert werden. Zudem müssen alle Beitragenden ihre Rolle und die Bedeutung ihres Beitrags verstehen. Dazu gehört das Verständnis der grundlegenden Methoden der Informationsmodellierung sowie der Prozessdefinition auf der einen Seite und die ständige Anpassung der Standards entsprechend der konkreten Bedürfnisse auf der anderen Seite.

Diese Aufgaben gehen deutlich über die heute üblichen Aufgaben von technischen Redakteuren hinaus. Sie brauchen eine neue Profilierung, die sich zwischen konkreter Informationsbedarfsanalyse und abstrakter Informationsmodellierung bewegt. Diese Rollen richtig auszuprägen und gut zu besetzen ist eine wichtige Aufgabe für alle Unternehmen, die ernsthaft die Digitalisierung der Produktkommunikation verfolgen. Im Gegensatz zum Erfassen von Inhalten, also dem eigentlichen Schreiben, ist diese Rolle eine Kernkompetenz im Unternehmen. Demzufolge muss sie auch strategisch besetzt werden.

Abschließendes Fazit zur digitalen Produktkommunikation 

Die moderne Produktkommunikation ist flexibel und hoch dynamisch. Sie liefert dem Nutzer in seiner konkreten Situation exakt die passenden Informationen. Dabei berücksichtigt sie alle verschiedenen Kanäle der Informationsbereitstellung. Von On-Screen auf den Produkten über Portale und Apps bis hin zur Integration in die virtuelle Welt.

Um dieser Erwartungshaltung gerecht werden zu können, muss sich die technische Dokumentation von der Handbucherstellung in Richtung Informationsmanagement entwickeln, die Informationsbereitstellung als Service verstehen und für die verschiedenen Typen von Nutzern einen Mehrwert erzeugen. Die hierfür zu definierenden Rollen gehören zu den Kernkompetenzen des Unternehmens. Sie stellen die Verfügbarkeit hochwertiger digitaler Produktinformationen sicher. Gleichzeitig sorgen sie für die intelligente Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Quellen und ermöglichen eine smarte Produktkommunikation.

Bildrechte: Photo by Samuel Scrimshaw on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Das könnte Dir auch gefallen