Nachhaltiges Supply Chain Management einfach erklärt

Liquiditäts- und Kostenoptimierung durch das richtige Supply Chain Management Nachhaltigkeitsmodell – das ist kein Widerspruch. Auch wenn die Gesetze zur Nachhaltigkeit, CSR (also Corporate Social Responsibility) und Emissionszielen viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen, lassen sich durch durchdachte und sorgfältige Planung gesetzliche Vorgaben erfüllen und enorme Kosteneinsparungen realisieren.

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Definition: Was ist SCM / Supply Chain Management?

SCM oder auch Supply Chain Management bezeichnet das Lieferkettenmanagement, also das Steuern und Regulieren der gesamten Wertschöpfungskette. Hierzu zählen unter anderem die Beschaffung von Rohmaterialien, die Produktion, aber auch die Logistik und die Auslieferung. Dabei werden alle Vorgänge überwacht und ein reibungsloser Ablauf garantiert.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet zusammengefasst, dass wir in der Lage sind, unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne die Ressourcen künftiger Generationen zu gefährden. Dabei ist es der Folgegeneration ohne Beeinträchtigung möglich, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Soziale und wirtschaftliche Ressourcen spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die Ressourcen, die von unserer Umwelt bereitgestellt werden.

Fallbeispiel: Was ist eine nachhaltige Supply Chain?

Die Nachhaltigkeit beim SCM bezieht sich auf die Bemühungen der Unternehmen, die Auswirkungen ihrer Produkte auf die Umwelt und die Menschen auf ihrem Weg durch die Lieferkette zu berücksichtigen. So werden beim nachhaltigen SCM unter anderem die Beschaffung der Rohstoffe, die Produktion, Lagerung und Lieferanten / Auslieferung bis hin zu allen dazwischen liegenden Transportwegen berücksichtigt.

Ein Fallbeispiel für ein eine nachhaltige Supply Chain aus der Textilindustrie:

  • Klassischer Mittelstand, 120 Mio. Euro Jahresumsatz. Hersteller von hochwertiger Arbeits- und Sicherheitskleidung.
  • Hauptexportmarkt und Kunden derzeit noch Europa, Expansion nach Asien und Afrika im massiven Aufbau.
  • Beschaffungsmärkte weltweit, vor allem aus Ländern mit großen Herausforderungen für die Nachhaltigkeit (Indien, Nordafrika, Süd- und Mittelamerika).
  • Die Forschung & Entwicklung und das Design verbleiben in Europa, während die arbeitsintensiven Schritte der Konfektionierung (also Zuschnitt, Nähen, Verpacken) meist in Mindestlohnländern durchgeführt werden.

Das Geschäftsmodell ist also nichts Außergewöhnliches. So oder so ähnlich existieren in der DACH-Region zahlreiche Betriebe. Supply Chain Kostenoptimierung und Nachhaltigkeit gehen in unserem Beispiel Hand in Hand. Globalisierung und auslaufende Handelsbeschränkungen, gesetzliche Auflagen, wachsende ECO Plattformen im E-Commerce verschärfen den Wettbewerb und den Kostendruck in der Textilbranche erheblich. Die Kosten können jedoch nur bedingt an die Endkunden weitergegeben werden.

Die 7 Kernsäulen des richtigen Supply Chain Management Nachhaltigkeitsmodells

Wichtig ist, dass über Nachhaltigkeit immer entlang der gesamten Supply Chain nachgedacht wird. Angefangen bei der beteiligten Forschung & Entwicklung, über Marketing und Vertrieb, die Logistik, die Produktionsprozesse und natürlich über die Beschaffung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Halb- und Fertigfabrikaten, Anlagen und Maschinen sowie Energie. Hierbei sollten stets die 7 Kernsäulen des Supply Chain Management Nachhaltigkeitsmodell im Blick behalten werden:

  1. Konsum nachhaltiger gestalten
  2. Gesetze einhalten hinsichtlich Sorgfaltspflicht, Menschenrechte, Umweltschutz und Tierschutz
  3. Arbeitsbedingungen optimieren und Gesundheitsrisken minimieren, und zwar für alle involvierten Mitarbeiter entlang der gesamten Supply Chain
  4. Wertschöpfung in der Supply Chain erhöhen
  5. Nachhaltigkeits-Risiko-Management-Modell aufbauen (KPIs und Frühwarnsysteme)
  6. CSR Kommunikation aufbauen (Ihre Strategie klar kommunizieren, Ihr Nachhaltigkeitsmodell vorstellen – Tue Gutes und rede darüber -, Stakeholder Dialoge führen und ein Nachhaltigkeits-Berichtswesen etablieren)
  7. Nationale Institutionen in Beschaffungs- und Vertriebsländern stärken und damit zugleich Ihre Position als Unternehmen in diesen Ländern festigen
Die 7 Kernsäulen des richtigen Supply Chain Management Nachhaltigkeitsmodells

Erläuterung: Konsum, Wertschöpfung und das Nachhaltigkeits-Risiko-Management-Modell

Im Folgenden wollen wir der Verständlichkeit halber auf die drei wichtigsten Säulen des SCM Nachhaltigkeitsmodells eingehen. Dies soll dabei helfen Nachhaltigkeit in einer Supply Chain greif-und begreifbar zu machen.

Konsum

Siegel, die in diesem Zusammenhang Erwähnung finden sind: Grüner Knopf, Siegelklarheit, Kompass Nachhaltigkeit. Hier wird neben dem Hersteller auch der Konsument aufgefordert, aktiv mitzuwirken. Weg von „Fast Fashion“ wird der Gegentrend – slow fashion – green & eco fashion – fair trade angesprochen. Von besonderer Bedeutung sind hier hochwertige Materialien, lange Lebensdauer, Ökotextilien und recycelbare Materialien.

Dem entgegen kommt, dass in der Textilindustrie durch das HACCP-System (Hazard Analysis Critical Control Points) bestimmte Normen erfüllt werden müssen, d. h. kochfest, farbecht, nicht entflammbar, ungiftige Chemikalien usw. Diese Informationen werden in den Labels entsprechend vermerkt und von den Herstellern als Qualitätsmerkmale genutzt, um den Verbrauchern diesen Mehrwert bewusst zu machen.

Wertschöpfung

Wertschöpfung ist eine weitere unverzichtbare Säule eines nachhaltigen Supply Chain Management. Alles beginnt in der Entwicklung hin zum Design und Marketing. So legen Sie den Grundstein, wie nachhaltig ein Produkt hergestellt, verpackt und geliefert werden kann. Bereits beim Produktdesign entscheiden sich wegweisende Details: Hierzu zählen beispielsweise die eingesetzten Materialien und die Verpackung. Aber auch der Herstellungsprozess und somit der Verbrauch von Chemikalien, Energie und Wasser sind ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette.

Hierzu zählen Kontaminierungsrisiken von Wasser, Luft, Boden (z.B. beim Färben der Fasern). Rückstände z.B. Mikroplastik. Recyclefähigkeit der Produkte.

Um beim Beispiel der Textilindustrie zu bleiben: Insbesondere die Prozesse der Faserproduktion und der Textilfertigung sind stark durch chemische Behandlung (wie Bleichen und Färben), Nassprozesse, Verarbeitung und Veredlung durch Stricken, Weben, Wirken geprägt. Für ein nachhaltiges Supply Chain Management sollte es Ihr Ziel sein, den Ressourcenverbrauch zu optimieren und „Cleantech-Produkte“ zu entwickeln.

In der Textil-Produktion wird bereits stark auf Digitalisierung gesetzt. So überwachen Laser die Qualität der Produktion, z.B. um Risse in den Textilien zu finden. Hohe Qualität und gezielte Überwachung bedeuten weniger Ausschuss und somit Kostenoptimierung. An dieser Stelle kommt realtime quality control ins Spiel. Sie ermöglicht sofort bei Störungen in den Kontrollprozess eingreifen zu können.

Ein weiterer Punkt, an dem die Sustainabilty einer Supply Chain verbessert werden kann, ist die kontinuierliche Effizienzmessung zum Energieeinsatz und Wasserverbrauch. Die Technologie erfordert zwar Anfangsinvestitionen, die sich aber relativ zügig rechnen.

Zusammengefasst: Minimaler Ausschuss durch ganzheitliche Qualitätskontrollen, optimierter Energieverbrauch, Abfall gegen null ermöglichen ihnen eine höhere Nachhaltigkeit.

Planung, Management und Steuerung eines Risiko-Management-Modells

An dieser Stelle gewinnen e2e (end-to-end) integrierte Planung & Collaboration zunehmend an Bedeutung! Eine möglichst gute Absatzplanung und die Integration dieser Planwerte in die Supply Chain, reduziert unnötigen Bestandsaufbau oder gar die Verschwendung von Materialien und Energien für die falschen Produkte.

E2e Transparenz durch Collaborations-Plattformen, die auf Exceptions Management ausgerichtet sind, erlauben es, ad hoc Lösungen bei Störungen entlang der gesamten Lieferkette zu finden und diese in Echtzeit umzusetzen.

In der Auftragsabwicklung und in der Buchhaltung sparen digitale CRM-Lösungen, intelligente VMI Lösungen und Factoring/Reverse Factoring Modelle (Upstream und Downstream) Unmengen an Papier für Aufträge, Bestellungen, Rechnungen und Reklamationen sowie Energie für unzählige Abstimmungsprozesse per E-Mail, Handy etc.

Supply Chain Management in einem Lagerhaus.

Nachhaltiges Supply Chain Management: Die richtige Logistik, der Schlüssel zum Erfolg

Die Logistik im Zeitalter des E-Commerce mit minimalen Sendungsgrößen, meist Einzelartikeln, stellt eine besondere Herausforderung dar. Neben der physischen Transportoptimierung ist vor allem die Paketoptimierung als solche erforderlich. Ziel ist es, keine Luft zu transportieren und eine optimale Auslastung der Frachten zu erreichen und gleichzeitig alle erforderlichen Dokumente korrekt bereitzustellen.

Untersuchen Sie Ihre Struktur der Wertschöpfungskette kritisch, vor allem bevor Sie digitalisieren. Fragen Sie sich und Ihr Team: Haben wir die richtige Supply Chain Strategie? Wie effizient und nachhaltig sind unsere Strukturen und Prozesse?

Betrachten Sie hierbei die gesamte Lieferkette inklusive Ihrer Co-Packer, 3rd PL, Co-Manufacturer! Und natürlich Ihre Distributionswege zu den Kundenmärkten (Im Textilbereich für Arbeits- und Spezialkleidung sind das z.B. Fach-Warenhäuser, Händler, Discounter, Onlinehandel). Ist die Logistik der „Letzten Meile“ optimal und nachhaltig ausgerichtet?

Wie baue ich ein Nachhaltigkeits-Risiko-Management auf?

Das Nachhaltigkeits-Risiko-Management mit KPIs und Frühwarnsystemen ist von besonderer Wichtigkeit, um Ihre gesetzten Ziele zu messen und zu verbessern.

  • Definieren Sie KPIs und Toleranzintervalle für Abweichungen für jeden einzelnen Prozessschritt, für alle Stakeholder
  • Definieren Sie die relevanten Prozesse (z. B. Innovation, Design to value, phase in – phase out)
  • Bestimmen Sie Prozess Owner mit eindeutigen Verantwortlichkeiten
  • Geben Sie klare und harte Regeln vor (Ziel-Regeln, Handlungsregeln, Zeit-Regeln, Performance-Regeln) & eine eindeutige NO-GO Politik
  • Führen Sie eine rollierende Supply Chain Kostenplanung ein
  • Bauen Sie Qualitätsfrühwarnsysteme auf, auch für Ihre Lieferanten (vor Ort und Lieferung prüfen, nicht erst nach Materialeingang)

Nachhaltiges Supply Chain Management, das Fazit

Für Sie ist festzuhalten, dass eine konsequente Prüfung und Verbesserung Ihrer Supply Chain Prozesse und Strukturen mit dem Ziel der größtmöglichen Nachhaltigkeit Ihnen erlaubt, Kosteneinsparungspotenziale zu heben und somit Ihre Margen deutlich zu verbessern. Schlussendlich gelingt es Ihnen so, Ihren Unternehmenswert deutlich zu steigern und Ihre Kunden zu begeistern.

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